Wer war eigentlich Erich Simdorn?


Kilianstädten,den 31.7.19xx

Erich Simdorn Schulrat Lebenslauf

Am 13.6.1889 als Sohn des Kunstmalers Alexander Simdorn in Berlin geboren. Konfession evangelisch. In der Provinz Posen, wo mein Stiefvater Volksschullehrer war, die Volksschule, anschließend das Humanistische Gymnasium bis U II die Präparandenanstalt in Schönlanke und von 1907-1910 das Lehrerseminar in Wongrowitz besucht. Erste Lehrerprüfung am 23.3.1910, erste Anstellung im Schuldienst vom 16.5.1910 in Kgl. Neudorf / Kreis Wreschen, zweite Lehrerprüfung am 6.6.1912. Von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer, seit 1916 als Leutnant der Reserve bei der Luftwaffe. Seit 1917 verheiratet, von 3 Kindern ist ein Sohn 1944 als Obergefreiter der Wehrmacht gefallen.

Nach der Ausweisung aus der polnisch gewordenen Provinz Posen von 1919-19; Lehrer in Niederurff Kreis Fritzlar, von 1922-1929 Erster Lehrer in Kleinenglis Kreis Fritzlar und von 1929 Rektor in Kilianstädten bis zu meiner wegen meiner in Wort und Schrift geführten scharfen Angriffe gegen den Nationalsozialismus nach § 4 des „Gesetzes z.W.d.B.“ im Mai 1933 erfolgter Entlassung aus dem Schuldienst.

(Seit 1919 führendes Mitglied der SPD, der ich seit ihrer Zulassung wieder angehöre.)

Während des „3. Reiches“ als Versicherungsvertreter, Fabrikhilfsarbeiter und zuletzt als Verlagsangestellter der Firma Klimsch & Co. in Frankfurt/Main tätig gewesen.

Am 25.11.1942 von der Gestapo verhaftet und wegen „Wehrkraftzersetzung und Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt, (Aktenzeichen 0 Js 16/43), die in der Strafanstalt Freiendiez / Lahn „verbüßt“ wurden. Von der Militärregierung Hanau Mitte April 1945 zunächst zum Bürgermeister von Kilianstädten und am 13.7.1945 zum kommissarischen Schulrat von Hanau-Stadt und -Land berufen, wurde ich von der Regierung in Wiesbaden mit Wirkung vom gleichen Tage endgültig zum Schulrat ernannt.

 

[S. ist am 15. 6.1955 gestorben]

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